Was kostet ein Steildach?
Konstruktion und Eindeckung – ehrlich kalkuliert.
Sparrendach, Pfettendach oder Kehlbalkendach – ob Neubau oder Aufstockung, das richtige Tragwerk entscheidet über Statik, Ausnutzung und Preis. Erhalten Sie in 4 kurzen Schritten eine realistische Preisspanne für den kompletten Steildachbau. Kostenfrei, DSGVO-konform und unverbindlich.
Was ist Steildachbau?
Die komplette Konstruktion eines geneigten Daches mit Dachneigung über 25° – inklusive Tragwerk, Schalung, Dämmung und Eindeckung.
Steildachbau bedeutet: das gesamte Dach von Grund auf neu konstruieren. Anders als bei einer reinen Neueindeckung oder einer Sanierung wird das Tragwerk – also Sparren, Pfetten und Kehlbalken – komplett neu gebaut.
Typische Anwendungsfälle sind Neubauten, Anbauten, Aufstockungen oder eine komplette Erneuerung des Dachstuhls nach Brand- oder Tragwerksschaden. Der Steildachbau ist mit Abstand die häufigste Dachform in Deutschland (über 75 % aller Wohngebäude).
Die Wahl der Konstruktion (Sparren-, Pfetten- oder Kehlbalkendach) entscheidet darüber, wie das Dachgeschoss später nutzbar ist – ein Pfettendach erlaubt beispielsweise große, freie Räume, ein Sparrendach ist günstiger, hat aber durchgehende Sparren-Linien.
Was zu einem kompletten Steildachbau gehört
Vom Tragwerk bis zum letzten Ziegel – diese Gewerke sind in unserer Kostenschätzung enthalten.
Statik & Planung
Tragwerksberechnung vom Statiker, Konstruktionspläne, Materialliste.
Holzkonstruktion
Sparren, Pfetten, Kehlbalken und Aussteifungen aus KVH-Holz.
Aufschlagen & Richten
Tragwerk vor Ort montieren, ausrichten und mit dem Mauerwerk verbinden.
Schalung & Unterdach
Vollholz-Schalung oder Konterlattung mit diffusionsoffener Bahn.
Dämmung
Auf-, Zwischen- oder Untersparren-Dämmung nach GEG-Standard.
Lattung & Eindeckung
Trag- und Konterlattung mit anschließender Eindeckung nach Wahl.
Anschlüsse & Bleche
Dachrinnen, Fallrohre, Kamin- und Wandanschlüsse aus Zink/Kupfer.
Sicherheit & Abnahme
Schneefang, Sicherungshaken, Trittstufen + bauamtliche Abnahme.
Welche Dachkonstruktion passt zu Ihnen?
Sparren-, Pfetten- oder Kehlbalkendach – die Wahl beeinflusst Spannweite, Dachausbau-Möglichkeiten und Preis.
Sparrendach
Das einfachste und günstigste System. Zwei Sparren bilden ein Dreieck – ohne Innenstützen. Geeignet für Spannweiten bis ca. 8 m und symmetrische Dachformen.
Beste Wahl für Standard-Einfamilienhaus.
ca. 80 – 130 € / m²Pfettendach
Tragende Pfetten (waagerechte Holzbalken) stützen die Sparren. Ermöglicht große Spannweiten und freie Räume, ist aber aufwendiger im Holzbau.
Ideal für Dachgeschoss-Ausbau und große Dächer.
ca. 120 – 180 € / m²Kehlbalkendach
Kombination aus Sparrendach mit zusätzlichem Kehlbalken auf etwa 2/3 Höhe. Erlaubt Spannweiten bis 12 m und schafft einen nutzbaren Spitzboden.
Mittlerer Aufwand bei mehr Statik-Reserve.
ca. 100 – 160 € / m²Was kostet ein Steildach wirklich?
Realistische Marktpreise pro m² Dachfläche – inklusive Statik, Holzbau, Dämmung, Eindeckung und Anschlüsse.
Sparrendach (Standard)
Komplett-Bau inkl. Eindeckung mit Tonziegeln und Standard-Dämmung.
Kehlbalkendach
Mittlere Lösung mit nutzbarem Spitzboden und besserer Statik-Reserve.
Pfettendach (Premium)
Aufwendiger Holzbau, dafür offene Räume und freie Geschoss-Aufteilung.
Detail-Preise nach Position
Marktübliche Erfahrungswerte aus Deutschland, inkl. Material und Arbeit.
| Position | Preisspanne |
|---|---|
| Tragwerksstatik (Statiker) | 1.500 – 3.500 € pauschal |
| Holzkonstruktion Sparrendach | 50 – 90 € / m² |
| Holzkonstruktion Kehlbalkendach | 70 – 120 € / m² |
| Holzkonstruktion Pfettendach | 90 – 160 € / m² |
| Aufschlagen & Richten (Kran & Mannschaft) | 15 – 30 € / m² |
| Schalung / Unterdach | 20 – 35 € / m² |
| Zwischensparrendämmung (Mineralwolle) | 40 – 80 € / m² |
| Lattung + Tonziegel-Eindeckung | 60 – 110 € / m² |
| Anschlüsse, Bleche & Dachrinnen | 20 – 40 € / m² |
Förderung für den Neubau
Im Neubau stehen besonders attraktive KfW-Programme zur Verfügung – kombinierbar mit Landesförderungen und der Steuer-Abschreibung.
KfW 297 / 298
Klimafreundlicher Neubau im Effizienzhaus-Standard. Zinsgünstiger Kredit bis 150.000 € pro Wohneinheit – ideal für hochwertige Steildach-Konstruktionen mit guter Dämmung.
BAFA – Bestand
Wenn Sie ein bestehendes Dach komplett ersetzen (z. B. nach Brand oder Aufstockung), sind die Dämmkosten über BAFA mit 15 – 20 % bezuschussbar.
§ 35c EStG
Bei energetischer Sanierung im Bestand alternativ 20 % der Kosten (max. 40.000 €) über drei Jahre direkt von der Einkommensteuer absetzbar.
Was Sie zum Steildachbau wissen müssen
Die wichtigsten Antworten kompakt – damit Sie die richtige Konstruktion und Bauweise wählen.
Was kostet ein neuer Steildach-Bau pro m²?
Ein komplett neu gebautes Steildach kostet je nach Konstruktion und Eindeckung zwischen 200 € und 450 € pro m². Sparrendach mit Standard-Eindeckung ist am günstigsten (200 – 300 €), Pfettendach mit Premium-Eindeckung am teuersten (300 – 450 €).
Den genauen Preis für Ihre Dachgröße und Ihr Wunsch-Tragwerk erhalten Sie über unseren kostenlosen Rechner.
Welche Dachneigung gilt als „Steildach”?
Als Steildach gelten in Deutschland Dächer mit einer Neigung von über 25°. Darunter spricht man von flach geneigten Dächern (10 – 25°), unter 10° von einem Flachdach.
Typische Steildach-Neigungen liegen zwischen 30° und 45°. Die Wahl beeinflusst Materialwahl, Wohnraum-Nutzung und Statik.
Welche Konstruktion ist für mein Haus die richtige?
Faustregel: Sparrendach für kleinere Häuser (Spannweite bis 8 m) ohne Dachgeschoss-Ausbau. Kehlbalkendach für mittlere Spannweiten und Spitzboden. Pfettendach wenn Sie Dachgeschoss als vollwertigen Wohnraum nutzen oder große Spannweiten brauchen.
Die finale Wahl trifft immer der Statiker basierend auf Ihrem Bauplan.
Wie lange dauert der Bau eines Steildachs?
Reines Aufschlagen des Dachstuhls: 1 – 3 Tage (mit Kran). Komplett mit Dämmung, Eindeckung und Anschlüssen: 2 – 4 Wochen bei einem Standard-Einfamilienhaus.
Wetterabhängige Verzögerungen sind beim Holzbau normal – Regen während der Aufstellung kann Tage kosten.
Brauche ich eine Baugenehmigung?
Ja, immer. Jeder Steildachbau – egal ob Neubau, Aufstockung oder kompletter Dachstuhl-Tausch – ist genehmigungspflichtig. Sie brauchen einen Bauantrag mit Statik, Wärmeschutznachweis und Lageplan.
Beim kompletten Austausch eines Dachstuhls auf gleicher Höhe und Form gibt es in einigen Bundesländern ein vereinfachtes Verfahren.
Welches Holz wird für den Dachstuhl verwendet?
Standard ist KVH-Holz (Konstruktionsvollholz) aus Fichte oder Tanne – technisch getrocknet, ohne Risse, statisch zertifiziert. Bei großen Spannweiten kommt Brettschichtholz (BSH) zum Einsatz, das noch tragfähiger ist.
Beide Materialien sind druckimprägniert oder naturbelassen erhältlich – je nach Konstruktion und Optik.
Kann ich ein Steildach in ein Flachdach umwandeln?
Theoretisch ja, in der Praxis aber sehr aufwendig und teuer. Sie müssten den kompletten Dachstuhl zurückbauen, eine neue Dachdecke aus Beton oder Holz einziehen und die Statik komplett neu berechnen.
Wirtschaftlich sinnvoll meist nur, wenn Sie ohnehin eine Aufstockung oder einen Anbau planen. Mehr dazu auf der Seite Dachneigung anpassen.
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