Was kostet eine Dachlatten-Erneuerung?
Trägt jede Pfanne, jeden Schiefer, jede Solaranlage.
Die Dachlattung ist das oft unsichtbare Tragwerk direkt unter der Eindeckung – ihr Querschnitt, ihre Sortierklasse und der Lattenabstand entscheiden, ob Dachpfannen, Schiefer oder PV-Module sicher halten. Erhalten Sie in 4 kurzen Schritten eine realistische Preisspanne für Neuverlegung oder Erneuerung Ihrer Lattung. Kostenfrei, DSGVO-konform und unverbindlich.
Was ist eine Dachlatte?
Die quer zur Sparrenrichtung verlegte Holzlatte – nimmt Pfannen, Schiefer, Bleche und Solar-Befestigungen auf und überträgt deren Last gleichmäßig auf die Sparren.
Dachlatten sind nach DIN 4074-1 in Sortierklassen eingeteilt: S 10 für Standardanwendungen, S 13 für höhere Beanspruchung. Übliche Querschnitte sind 30 × 50, 40 × 60 oder bei großem Sparrenabstand 50 × 80 mm. Material: heimische Fichte oder Tanne, mit Imprägnierung oder im Druckverfahren behandelt.
Die Lattung sitzt nie direkt auf der Unterspannbahn – dazwischen kommt die Konterlattung (24 × 50 oder 30 × 50 mm), die die Hinterlüftungsebene öffnet. Erst dadurch kann unter der Eindeckung Feuchtigkeit ablaufen und Schwitzwasser abtrocknen – ohne Konterlattung droht Schimmel im Dachaufbau.
Der Lattenabstand wird durch das Eindeckungsmaterial bestimmt: Tonpfannen 32 – 36 cm, Biberschwänze 16 – 18 cm, Schiefer 12 – 18 cm. Die richtige Berechnung verhindert klaffende Fugen oder überlappende Pfannen am Ortgang.
Was zur fachgerechten Lattung gehört
Diese Schritte sind in unserer Kostenschätzung enthalten – nach DIN 4074-1 und ZVDH-Fachregeln umgesetzt.
Aufmaß & Statik
Querschnitt nach Sparrenabstand und Schneelast.
Unterspannbahn
Diffusionsoffene Folie auf Sparren / Schalung.
Konterlattung
24 × 50 oder 30 × 50 mm, parallel zu den Sparren.
Hauptlattung S10/S13
Quer zur Konterlattung, Querschnitt nach Statik.
Lattenabstand-Berechnung
Reihenmaß nach Pfannentyp, Ortgang ausjustiert.
Imprägnierung TS
Holzschutz nach DIN 68800-3 für Außenklima.
Befestigung & Stoß
Verzinkte Schrauben, Stöße immer auf einem Sparren.
Abnahme & Doku
Foto-Protokoll vor Eindeckung als Übergabe-Nachweis.
Welche Lattungs-Variante passt?
Standard-Lattung S10, Premium-Lattung S13 für hohe Lasten oder gezielte Bestands-Erneuerung – die Wahl entscheidet über Tragfähigkeit und Lebensdauer.
Standard S10 (30 × 50)
Sortierklasse S10 nach DIN 4074-1 mit Standard-Querschnitt 30 × 50 mm. Geeignet für Sparrenabstände bis 70 cm und normale Schneelast. Druckimprägniert, Lebensdauer 50 Jahre.
Standard-Wahl im Wohnungsbau.
ca. 12 – 25 € / m² DachPremium S13 (40 × 60)
Sortierklasse S13 mit größerem Querschnitt 40 × 60 mm – für Sparrenabstände > 70 cm, hohe Schneelastzonen oder Solar-Aufbau. Auch in Lärche unimprägniert erhältlich für sichtbare Anwendungen.
Pflicht in Bergregionen und mit PV.
ca. 18 – 35 € / m² DachErneuerung im Bestand
Pfannen abnehmen, alte Lattung raus, neue Konter- und Hauptlattung verlegen, alte Pfannen (oder neue) wieder eindecken. Klassisch im Rahmen einer Dachsanierung oder PV-Vorbereitung.
Einzige Lösung bei morscher Bestandslattung.
ca. 35 – 65 € / m² DachWas kostet eine Dachlattung wirklich?
Realistische Marktpreise pro m² Dachfläche – inkl. Konterlattung, Hauptlattung, Befestigung und Aufmaß.
Standard S10 neu
Komplette Konter- + Hauptlattung 30 × 50 mm, verlegt auf vorhandener Unterspannbahn.
Premium S13 / Lärche
S13-Sortierung 40 × 60 mm oder Lärche, für hohe Schneelast oder PV-Vorbereitung.
Erneuerung Bestand
Pfannen abnehmen, neue Lattung verlegen, vorhandene oder neue Pfannen wieder eindecken.
Detail-Preise nach Position
Marktübliche Erfahrungswerte aus Deutschland, inkl. Material und Arbeit.
| Position | Preisspanne |
|---|---|
| Dachlatte S10, 30 × 50, imprägniert | 1,20 – 2,40 € / lfm |
| Dachlatte S13, 40 × 60, imprägniert | 2,20 – 4,00 € / lfm |
| Konterlatte 24 × 50 | 0,90 – 1,80 € / lfm |
| Konterlatte 30 × 50 | 1,20 – 2,40 € / lfm |
| Lärche unimprägniert 40 × 60 | 4 – 7 € / lfm |
| Verlegen Konterlattung | 4 – 8 € / m² Dach |
| Verlegen Hauptlattung | 6 – 12 € / m² Dach |
| Pfannen abnehmen & zwischenlagern | 8 – 18 € / m² Dach |
| Pfannen wieder eindecken | 15 – 30 € / m² Dach |
Bis zu 20 % bei Sanierungs-Bündel
Die Lattung allein ist Handwerkerleistung – im Rahmen einer Dachsanierung mit Dämmung profitiert sie zusätzlich von BAFA und § 35c EStG.
§ 35a EStG Handwerkerbonus
Reine Lattungs-Erneuerung gilt als Handwerkerleistung am eigenen Wohnsitz – 20 % der Lohnkosten, jährlich bis 1.200 €, von der Einkommensteuer abziehen.
BAFA EEW – Dach-Bündel
Wenn die Lattungs-Erneuerung im Rahmen einer Dachdämmung erfolgt (Aufsparrendämmung, neue Eindeckung), greift der EEW-Zuschuss von 15 – 20 % auf das gesamte Sanierungs-Bündel.
§ 35c EStG Steuerbonus
Im Rahmen einer energetischen Sanierung 20 % aller Maßnahmen – inklusive Lattungs- und Eindeckungs-Anteilen – direkt von der Einkommensteuer abziehen, verteilt auf 3 Jahre.
Was Sie zur Dachlatte wissen müssen
Die wichtigsten Antworten kompakt – damit Sie Sortierung, Querschnitt und Lattenabstand korrekt wählen.
Welche Dachlatte ist die richtige?
Bei Sparrenabstand bis 70 cm und normaler Schneelast reicht eine S 10 in 30 × 50 mm. Über 70 cm Sparrenabstand oder in den Schneelast-Zonen 3 – 4 ist S 13 in 40 × 60 mm Pflicht.
Wir prüfen die Statik-Vorgaben am Aufmaß-Termin und geben das passende Material auf dem Lieferschein an – damit Sie auch viele Jahre später noch belegen können, was verbaut wurde.
Was ist der Unterschied zwischen Konter- und Dachlatte?
Die Konterlatte (24 × 50 oder 30 × 50 mm) wird parallel zu den Sparren auf die Unterspannbahn genagelt – sie schafft die Hinterlüftungs-Ebene, in der Tauwasser und Restfeuchte nach oben abziehen.
Die Dachlatte (Hauptlattung) wird quer dazu aufgenagelt – sie trägt die Pfannen, Schiefer oder Solar-Befestigungen. Konterlatte ohne Hauptlattung wäre nutzlos, Hauptlattung ohne Konterlatte führt zu Schimmel im Aufbau.
Wie groß ist der richtige Lattenabstand?
Der Lattenabstand richtet sich nach dem Reihenmaß der Eindeckung: Tonpfannen 32 – 36 cm, Frankfurter Pfannen 31 – 33 cm, Biberschwänze 16 – 18 cm, Schiefer 12 – 18 cm.
Bei der Berechnung wird vom First abwärts gerechnet – damit am Ortgang oder an einer Gaube nicht eine halbe Pfanne fehlt. Die Berechnung gehört zur Standard-Planung, die wir vorab erledigen.
Wie lange hält eine Dachlattung?
Eine fachgerecht imprägnierte Lattung (TS-Salz nach DIN 68800-3) hält 50 – 80 Jahre – in der Regel genauso lange wie das Dach selbst. Lärche unimprägniert hält 30 – 50 Jahre, Standard-Fichte ohne Imprägnierung nur 15 – 25 Jahre.
Bei einer Komplettsanierung wird die Lattung deshalb meistens komplett mit erneuert – der Kostenanteil ist gering, der Lebensdauer-Effekt riesig.
Lattungs-Erneuerung ohne komplette Eindeckung möglich?
Ja. Wenn die Pfannen noch in gutem Zustand sind, werden sie nummeriert abgenommen, zwischengelagert, die alte Lattung entfernt, neue Konter- und Hauptlattung verlegt – und die Originalpfannen wieder eingedeckt.
Das spart 30 – 50 % gegenüber einer kompletten Neueindeckung und ist die typische Lösung beim Tausch eines maroden Holzgerüsts unter intakten Tonpfannen.
Brauche ich eine andere Lattung für Solar?
Häufig ja. PV-Module bringen 15 – 25 kg/m² Zusatzlast, Indachsysteme sogar bis 30 kg/m². In Verbindung mit Schneelast können das schnell 100 – 150 kg/m² werden – Standard-S 10 wäre überlastet.
Empfehlung: bei Solar-Vorhaben gleich auf S 13 mit 40 × 60 mm upgraden und in höheren Schneelast-Zonen den Sparrenabstand prüfen lassen – Statiknachweis ist Pflicht.
Sägerau oder gehobelt?
Standard ist sägerau – günstiger und statisch gleichwertig, weil die Pfannen die Oberfläche nicht sehen. Gehobelt oder kalibriert ist nur sinnvoll, wenn die Lattung sichtbar bleibt (z. B. an einem offenen Carport, Vordach oder bei Lärchen-Lattung am Schaubereich).
Bei sichtbarer Anwendung empfehlen wir Lärche unimprägniert – schöne natürliche Vergrauung, kein Chemie-Geruch im Innenraum.
Bereit für Ihre Kostenschätzung?
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