Welche Dachneigung passt?
Berechnen, beraten, regelkonform eindecken.
Ob 5° Bauhaus-Flachdach, 22° Bungalowdach oder 60° Alpenstil – die Dachneigung entscheidet über Eindeckungsmaterial, Förderfähigkeit, Wohnraumnutzung und Lebensdauer. Erhalten Sie in 4 kurzen Schritten eine Empfehlung samt Preisspanne für Ihre konkrete Neigung. Kostenfrei, DSGVO-konform und unverbindlich.
Was bedeutet Dachneigung?
Der Winkel zwischen Dachfläche und Horizontaler – gemessen in Grad. Sie bestimmt, welche Eindeckung erlaubt ist, wie viel Wohnraum unter dem Dach passt und wie das Wasser abläuft.
Die Dachneigung wird in Grad (°) oder alternativ in Prozent angegeben. 100 % entsprechen 45° (gleiche Höhe wie Tiefe), 30° entsprechen ca. 58 %. Berechnen lässt sie sich einfach: Tangens aus Höhe geteilt durch Tiefe – wir machen das beim Aufmaß automatisch korrekt.
Entscheidend für die Eindeckung ist die „Regeldachneigung” des ZVDH: jede Eindeckung (Pfannen, Schiefer, Bitumen, Metall) hat eine Mindest-Neigung, ab der sie ohne Zusatzmaßnahmen funktioniert. Wer darunter liegt, braucht eine diffusionsoffene Unterspannbahn nach Klasse UDB-A oder eine vollständige zweite Dichtebene.
Auch Bauanträge und Bebauungspläne schreiben oft konkrete Neigungswerte vor – im Altstadtbereich z. B. Mindestneigungen von 35 – 45° für historische Optik. Eine Vorab-Beratung verhindert teure Nachträge.
Was zur Neigungs-Beratung gehört
Diese Schritte sind in unserer Kostenschätzung enthalten – damit Sie vor dem Bauantrag wissen, was geht und was kostet.
Aufmaß vor Ort
Exakte Neigung in Grad und Prozent vom Profi gemessen.
Bebauungsplan-Check
Erlaubte Neigung, Material und Farbe nach Satzung geprüft.
Wohnflächen-Berechnung
Anrechenbare m² nach WoFlV pro Neigungsvariante.
Regeldachneigung-Check
ZVDH-Vorgaben für Pfannen, Schiefer, Bitumen, Metall.
Eindeckungsempfehlung
Welche Materialien für Ihre Neigung optimal sind.
Energie-Optimum
Solar-Ausrichtung, Schneelast, Wind-Zone berücksichtigt.
Aufstockungs-Variante
Wenn die Bestandsneigung nicht reicht: Umbau-Optionen.
Festpreis-Angebot
Schriftliches Angebot mit allen Eindeckungs-Varianten.
Welche Neigungsklasse haben Sie?
Flachdach, Niedrigneigung oder Steildach – jede Klasse hat eigene Eindeckungs-Optionen, Förder-Spielräume und Wartungs-Anforderungen.
Flachdach · 0 – 10°
Bauhaus-Stil, Bungalow, Garage, Anbau. Eindeckung ausschließlich mit Bitumen, Folie (PVC/FPO) oder EPDM. Pflicht: durchgehende dichte Ebene, Gefälle mind. 2 % zur Entwässerung. Ideal für PV und Begrünung.
Modern, kostengünstig, wartungsintensiv.
Eindeckung 80 – 200 € / m²Niedrigneigung · 10 – 22°
Bungalow- und Walmdächer, viele Reihenhäuser. Pfannen unterhalb der Regeldachneigung nur mit zusätzlicher UDB-A-Bahn als zweite Wasserführungsebene zulässig. Wohnraumnutzung eingeschränkt.
Kompromiss zwischen Flach und Steil.
Eindeckung 70 – 160 € / m²Steildach · 22 – 60°+
Klassisches Sattel-, Walm- oder Mansarddach. Volle Materialvielfalt: Tonpfannen, Beton, Schiefer, Holz, Metall. Maximaler Dachgeschoss-Wohnraum, beste Selbstreinigung, längste Lebensdauer.
Standard im deutschen Wohnungsbau.
Eindeckung 60 – 180 € / m²Was kostet die Dachneigungs-Beratung?
Beratung, Berechnung und – wenn nötig – die bauliche Anpassung der Neigung. Realistische Marktpreise pro Leistung.
Beratung & Berechnung
Aufmaß, Bebauungsplan-Check, Empfehlung passender Eindeckung – schriftlich dokumentiert.
Eindeckung passend zur Neigung
Materialgerechte Dacheindeckung nach Klasse – Pfannen, Bitumen, Folie oder Metall.
Aufstockung & Neigungsänderung
Komplettumbau bei zu flachem Bestandsdach – inkl. neuem Dachstuhl und Eindeckung.
Eindeckungs-Preise nach Material & Mindestneigung
Marktübliche Erfahrungswerte aus Deutschland, inkl. Material und Arbeit.
| Material (Mindestneigung lt. ZVDH) | Preisspanne |
|---|---|
| Bitumen-Schweißbahn (≥ 2°) | 40 – 80 € / m² |
| EPDM-Folie 1,5 mm (≥ 0°) | 50 – 110 € / m² |
| FPO/PVC-Folie verschweißt (≥ 2°) | 55 – 120 € / m² |
| Stehfalz-Zink (≥ 3°) | 110 – 200 € / m² |
| Tonziegel Doppelmulde (≥ 22°) | 55 – 100 € / m² |
| Betondachstein (≥ 22°) | 45 – 85 € / m² |
| Engobe-Pfannen Premium (≥ 22°) | 75 – 130 € / m² |
| Naturschiefer Altdeutsche Deckung (≥ 25°) | 140 – 280 € / m² |
| Beratung & Aufmaß (Pauschale) | 200 – 800 € / Termin |
Bis zu 50 % auf Energieberatung & Sanierung
Die Beratung selbst ist über die BAFA-Energieberatung bezuschusst – die anschließende Sanierung über die Standard-Dach-Förderprogramme.
BAFA Energieberatung Wohngebäude
Wenn die Neigungs-Beratung im Rahmen einer Energie-Beratung mit iSFP erfolgt, übernimmt die BAFA bis zu 50 % der Beraterkosten – und der iSFP-Bonus gilt für alle anschließenden Sanierungsmaßnahmen.
BAFA EEW – Eindeckung mit Dämmung
Wird im Zuge der neuen Eindeckung auch die Dachdämmung erneuert oder verstärkt, greift der EEW-Zuschuss von 15 – 20 % auf den energetischen Anteil.
§ 35a EStG Handwerkerbonus
Reine Beratung und Aufmaß zählen als Handwerkerleistung am Wohnsitz – 20 % der Lohnkosten, jährlich bis 1.200 €, direkt von der Einkommensteuer abziehbar.
Was Sie zur Dachneigung wissen müssen
Die wichtigsten Antworten kompakt – damit Sie Neigung, Material und Förderung richtig zusammenbringen.
Wie messe ich die Dachneigung selbst?
Mit einer Wasserwaage und Maßband: Wasserwaage waagerecht an die Sparrenunterseite anlegen, am freien Ende den senkrechten Abstand zur Sparrenoberseite messen. Berechnung: Tangens (Höhe / Länge) → das Ergebnis in Grad ist die Dachneigung.
Smartphone-Apps mit Lagesensor liefern eine schnelle Schätzung. Für Bauantrag, Statik und Materialwahl muss ein Profi-Aufmaß erfolgen – auf das geben wir auch eine Garantie.
Was ist die „Regeldachneigung”?
Die Regeldachneigung ist die vom ZVDH festgelegte Mindestneigung, ab der eine Eindeckung ohne Zusatzmaßnahmen funktioniert. Beispiele: Tonpfannen 22°, Schiefer 25°, Bitumen 2°, Stehfalz-Metall 3°.
Unterhalb der Regeldachneigung ist die Eindeckung trotzdem möglich – aber nur mit einer regensicheren UDB-A-Bahn als zweiter Wasserführungsebene. Das verteuert das Dach um 15 – 25 € / m².
Welche Dachneigung ist die beste?
Die 30 – 45° Steildächer gelten als Allzweck-Optimum: alle Materialien zulässig, gute Selbstreinigung, optimale Solar-Erträge bei Süd-Ausrichtung, voller Wohnraumgewinn im Dachgeschoss bei akzeptabler Schräge.
Wer maximales Wohnraum-Potenzial sucht, geht auf Mansarddach (zwei Neigungen, oben flach, unten steil). Wer maximale PV-Fläche braucht, wählt das Flachdach mit aufgeständerten Modulen.
Kann ich die Dachneigung nachträglich ändern?
Ja, technisch über eine Aufstockung mit neuem Dachstuhl. Der bisherige Dachstuhl wird zurückgebaut, die Außenwände bei Bedarf erhöht, ein neuer Dachstuhl mit gewünschter Neigung gesetzt. Investition typischerweise 25.000 – 80.000 €.
Lohnt fast immer nur, wenn parallel Dachausbau, Komplett-Sanierung oder Wohnungsneubau ansteht – sonst ist die Dämmung & Eindeckung im Bestand günstiger.
Was schreibt der Bebauungsplan vor?
Der Bebauungsplan kann Mindest- und Maximalneigung, Dachform, Material und Farbe festlegen. In Altstadtgebieten oft eng (z. B. „Tonpfanne rot, 38 – 48° Satteldach”), in Gewerbegebieten meist sehr offen.
Wir holen den B-Plan-Auszug bei der Kommune, prüfen die Vorgaben und entwerfen genehmigungsfähige Varianten. Das vermeidet teure Nachbesserungen im laufenden Bauantrag.
Welche Neigung ist optimal für PV?
In Deutschland liefert eine nach Süden ausgerichtete Fläche bei 30 – 35° Neigung den höchsten Jahresertrag. Ost- und West-Dächer erreichen 90 – 95 % davon bei flacher Neigung (10 – 15°) und sind vorteilhaft für selbstgenutzten Strom (Mittagsspitze entzerrt).
Flachdächer mit aufgeständerten Modulen (15° Aufständerung) sind ebenfalls top – Vorteil: das Dach selbst kann unter den Modulen begrünt werden (Bio-Solar-Dach, siehe Dachbegrünung).
Ab welcher Neigung sind Dachfenster möglich?
Standard-Wohndachfenster (Velux, Roto, Fakro) sind für 15 – 90° Dachneigung zugelassen. Unter 15° gibt es Spezial-Modelle für Niedrigneigung, unter 10° nur noch Lichtkuppeln mit gedämmtem Aufsetzkranz.
Mehr Details auf unserer Seite zu Dachflächenfenstern.
Bereit für Ihre Kostenschätzung?
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