Was kostet die Asbestdachsanierung?
Sicher, gesetzeskonform und ehrlich kalkuliert.
Wellplatten, Eternit oder Faserzement aus den Jahren 1950 – 1990 enthalten häufig Asbest. Erhalten Sie in 4 kurzen Schritten eine realistische Preisspanne für die fachgerechte Entfernung nach TRGS 519 – inklusive Entsorgung, Schutzmaßnahmen und Wiedereindeckung.
Was ist eine Asbestdachsanierung?
Die fachgerechte Entfernung und Entsorgung asbesthaltiger Dachmaterialien – ausschließlich durch zertifizierte Fachbetriebe nach TRGS 519.
Asbest wurde in Deutschland bis 1993 millionenfach in Faserzement-Dachplatten (umgangssprachlich „Eternit”) und Wellplatten verbaut – wegen seiner Beständigkeit gegen Hitze, Wasser und Säure. Heute weiß man: die feinen Asbestfasern sind krebserregend, sobald sie freigesetzt werden. Seit 1993 ist Asbest in Deutschland verboten, seit 2005 EU-weit.
Solange das Material fest gebunden ist und unbeschädigt liegt, gilt es als ungefährlich. Sobald jedoch Bohren, Brechen, Schleifen, Hochdruckreinigen oder Verwittern ins Spiel kommt, werden Fasern frei – und genau hier wird die Sanierung verpflichtend gefährlich.
Eine Asbestdachsanierung muss daher von einem nach TRGS 519 sachkundigen Fachbetrieb durchgeführt werden, beim Gewerbeaufsichtsamt schriftlich angezeigt sein und mit Schutzanzügen, Atemmasken und luftdichter Verpackung erfolgen. Jeder andere Weg ist gesetzlich verboten und gesundheitlich gefährlich.
Was eine fachgerechte Sanierung umfasst
Diese Pflichtschritte sind in jeder seriösen Asbestsanierung enthalten – kein einziger darf entfallen.
Probenahme & Analyse
Materialprobe ans Labor – sicherer Nachweis vor Beginn der Sanierung.
Behördliche Anzeige
Schriftliche Anzeige beim Gewerbeaufsichtsamt min. 7 Tage vorher.
Schutzausrüstung
Vollschutz-Anzüge, P3-Atemschutz, Einweg-Handschuhe für das Team.
Schwarz-Weiß-Schleuse
Dekontaminationsbereich mit Dusche & getrennten Umkleiden.
Demontage staubarm
Platten unzerstört abnehmen – kein Brechen, kein Hochdruck, kein Schleifen.
Big-Bag & Folie
Sofortige luftdichte Verpackung in beschriftete Asbest-Container.
Entsorgung Deponie
Transport zur zugelassenen Deponie inkl. Wiegeschein als Nachweis.
Neue Eindeckung
Anschließende Neueindeckung nach Wahl: Tonziegel, Metall oder Trapez.
Welche Sanierungs-Variante trifft auf Sie zu?
Vom kleinen Garagendach bis zur Industriehalle – Größe und Konstruktion bestimmen Aufwand, Methode und Preis.
Garagendach (Wellplatten)
Klassisch: 20 – 40 m² Wellplatten auf einer freistehenden Garage. Demontage in einer Schicht möglich, Schwarz-Weiß-Schleuse meist nicht erforderlich.
Schnellste und günstigste Variante.
ca. 80 – 150 € / m²Wohnhaus (Eternit)
Eternit-Schiefer-Platten auf 80 – 200 m² Steildach. Komplette Schutzeinrichtung nötig, oft kombiniert mit neuer Lattung, Dämmung und neuer Eindeckung.
Größter Sanierungs-Hebel mit besten Förderaussichten.
ca. 200 – 400 € / m²Halle & Industrie
Industriedächer mit 500 – 5.000+ m² Fläche. Spezial-Logistik, oft mit großen Big-Bags und Containern auf dem Dach. Genehmigungen & Brandschutz extra zu prüfen.
Pro m² günstiger durch Skaleneffekte.
ca. 60 – 130 € / m²Was kostet eine Asbestdachsanierung wirklich?
Realistische Marktpreise inkl. Schutzmaßnahmen, Entsorgung, Wiegescheine – und je nach Variante auch der neuen Eindeckung.
Garagendach (20 – 40 m²)
Nur Demontage & Entsorgung. Neue Eindeckung extra kalkulieren.
Wohnhaus (komplett)
Demontage, Entsorgung & Neueindeckung – mit Lattung und meist neuer Dämmung.
Halle / Industrie
Großflächen ab 500 m². Skaleneffekt senkt den m²-Preis deutlich.
Detail-Preise nach Position
Marktübliche Erfahrungswerte aus Deutschland, inkl. Material, Arbeit und Schutzausrüstung.
| Position | Preisspanne |
|---|---|
| Asbest-Schnelltest (Materialprobe Labor) | 40 – 80 € / Probe |
| Behördliche Anzeige (Abwicklung) | 150 – 350 € / Projekt |
| Demontage Wellplatten (staubarm) | 20 – 40 € / m² |
| Demontage Eternit-Schiefer | 30 – 60 € / m² |
| Big-Bag inkl. Befüllung | 80 – 180 € / Stück |
| Deponie-Entsorgung Asbest | 250 – 450 € / Tonne |
| Schwarz-Weiß-Schleuse aufstellen | 800 – 2.500 € / Projekt |
| Gerüst (Standard EFH, 14 Tage) | 8 – 14 € / m² |
| Neueindeckung Tonziegel (komplett) | 80 – 130 € / m² |
Drei Wege zu Geld zurück
Die Asbestbeseitigung selbst ist über BAFA nicht förderfähig – in Kombination mit Dämmung und über Landesprogramme gibt es aber spürbare Zuschüsse.
BAFA – mit Dämmung
Wenn Sie nach der Asbestbeseitigung eine Aufsparrendämmung einbauen, sind die Dämmkosten zu 15 – 20 % über BAFA bezuschussbar.
Landesförderung Asbest
Mehrere Bundesländer (z. B. NRW, Niedersachsen, Sachsen) und viele Kommunen fördern Asbestbeseitigung mit Zuschüssen von 30 – 50 % der Beseitigungskosten oder mit zinsfreien Krediten.
§ 35a EStG
20 % der Arbeitskosten (max. 1.200 € / Jahr) sind direkt von der Einkommensteuer absetzbar – auch für die Asbestbeseitigung im selbstgenutzten Wohngebäude.
Was Sie zur Asbestdachsanierung wissen müssen
Die wichtigsten Antworten kompakt – damit Sie wissen, ob Ihr Dach betroffen ist und wie Sie sicher und gesetzeskonform vorgehen.
Woran erkenne ich, ob mein Dach Asbest enthält?
Wurde Ihr Dach vor 1993 mit Faserzement-Wellplatten oder Eternit-Schiefer eingedeckt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch. Sicheren Nachweis gibt nur eine Materialprobe im Labor (40 – 80 € pro Probe).
Achtung: Niemals Bohren, Brechen oder Schleifen, um selbst eine Probe zu nehmen – das setzt Asbestfasern frei. Den Probentransport organisiert ein zertifizierter Fachbetrieb.
Was kostet eine Asbestdachsanierung pro m²?
Nur Demontage und Entsorgung: 50 – 100 € / m² beim Wohnhaus, etwas günstiger bei Garage und Halle. Komplettsanierung (Demontage + Entsorgung + neue Lattung + Dämmung + Neueindeckung): 200 – 400 € / m² beim Einfamilienhaus.
Den exakten Korridor für Ihr Dach erhalten Sie über unseren kostenlosen Rechner.
Bin ich gesetzlich verpflichtet, mein Asbestdach zu entfernen?
Nein – solange das Material fest gebunden, unbeschädigt und ungenutzt liegt, gibt es keine Pflicht zur Beseitigung. Sobald jedoch Sanierung, Umbau oder Reparatur ansteht (z. B. eine PV-Anlage drauf installieren), greift die TRGS 519: dann muss das Asbest zwingend professionell entfernt werden.
Bei sichtbar verwittertem oder beschädigtem Asbestdach empfehlen wir die zeitnahe Sanierung – aus Gesundheits- und Werterhaltungsgründen.
Darf ich mein Asbestdach selbst abbauen?
Nein, definitiv nicht. Die Beseitigung von Asbest ist nach TRGS 519 ausschließlich sachkundigen Fachbetrieben vorbehalten. Wer dagegen verstößt, riskiert Bußgelder bis 50.000 €, den Verlust der Wohngebäudeversicherung und – am wichtigsten – die eigene Gesundheit.
Auch private Entsorgung über den Hausmüll oder das Recycling ist verboten. Asbest gehört ausschließlich auf zugelassene Sondermülldeponien.
Wie lange dauert eine Asbestdachsanierung?
Eine Garage (20 – 40 m²) ist meist in 1 – 2 Tagen erledigt. Ein Wohnhaus (130 m²) mit kompletter Wiedereindeckung dauert je nach Wetter 2 – 4 Wochen.
Vor Beginn benötigen wir mindestens 7 Werktage für die Anzeige beim Gewerbeaufsichtsamt – das lässt sich nicht beschleunigen.
Übernimmt die Versicherung die Sanierung?
Bei einem Schadensfall (z. B. Sturm beschädigt das Asbestdach), übernimmt die Wohngebäude- versicherung in der Regel die Mehrkosten der fachgerechten Asbestentsorgung. Voraussetzung: Sie haben den Schaden vor Reparaturbeginn gemeldet.
Eine reine Vorsorge-Sanierung (ohne Schadensfall) wird nicht von der Versicherung übernommen – dafür gibt es Landesförderungen.
Lohnt sich Dämmung gleichzeitig mit der Asbestbeseitigung?
Ja, eindeutig. Da das Dach ohnehin komplett geöffnet wird, ist die Dämmung im Rahmen der Sanierung deutlich günstiger als nachträglich. Außerdem ist sie über BAFA mit bis zu 20 % bezuschussbar.
Das GEG 2023 schreibt bei Sanierungen ohnehin Mindest-U-Werte vor, sobald mehr als 10 % der Dachfläche erneuert werden – Sie sind also faktisch oft zur Dämmung verpflichtet.
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